„Oldie-Schlagerspaß“ beim Caféhaus-Konzert der Thalia kommt beim Publikum gut an
Zeilsheim – „Die nahezu euphorische Publikumsresonanz auf den erfolgreichen ,Oldie-Schlagerspaß‘ im vergangenen Jahr hat mich dazu inspiriert, erneut zu einer musikalischen Zeitreise einzuladen. Diesmal dreht sich das Schlager-Karussell durch 50 Jahre Musikgeschichte – von 1955 bis 2005“, sagte Chorleiter Heinz Marosch zum Auftakt des Konzerts „mit Caféhaus-Atmosphäre“ in der Zeilsheimer Stadthalle. Mit seiner Einschätzung hat Marosch goldrichtig gelegen, denn sein Zeilsheimer Thalia-Chor, erneut unterstützt von der befreundeten Sulzbacher Sängervereinigung, die er ebenfalls dirigiert, sorgte beim Frühjahrskonzert für einen melodischen Strauß beschwingter Lebensfreude. Viele Besucher sangen, swingten und klatschten mit bei den bekannten Melodien und Texten, die viele fast ein halbes Leben lang begleitet haben.
Beate Novy, Vorsitzende der Thalia, freute sich, dass mehr als 200 Freunde des Chorgesangs in die Stadthalle gekommen waren.
Bei der Ansage des ersten Titels, den der rund 50 Personen starke Chor präsentierte, wurde Dirigent Marosch philosophisch: „Im Leben jagen wir oft den großen Dingen hinterher: dem großen Glück, dem großen Gewinn, der großen Reise... und manchmal merken wir nicht, dass das wirklich Schöne oft ganz woanders steckt. Zum Beispiel, wenn man beim Bäcker merkt, dass der Kreppel heute größer ist als gestern, oder wenn man nach einer langen Probe feststellt, dass der Chorleiter heute erstaunlich gut gelaunt ist.“ Davon erzählte der erste Titel aus dem Jahr 1990, der von Patrick Lindner gesungen wurde: „Die kleinen Dinge des Lebens“.
Es folgte ein Lied, das allen Mut machen sollte, „Que sera, sera – was wird sein, was wird sein“ – ein Hit von Doris Day aus dem Jahr 1955 –, und danach das romantische Stück von Lys Assia von 1959, „Wenn die Glocken hell erklingen“.
So nahm der Chor das begeisterte Publikum mit auf die große Zeitreise mit weiteren Ohrwürmern wie „Komm ein bisschen mit nach Italien“, „Marina“, „Hello Mary Lou“, „Banjo Boy“, „Liebeskummer lohnt sich nicht“ und „,Über sieben Brücken musst du geh‘n“, bevor am Ende beim legendären „Sierra Madre“ Lichter leuchteten und die Besucher beim Schunkeln rote und gelbe Servietten schwenkten.
Als der Titel „Cinderella Baby, Mädchen aus dem Märchenland“ von Drafi Deutscher aus dem Jahr 1961 angestimmt werden sollte, versagte die Hallen-Tontechnik, und Dirigent Marosch war skeptisch, „ob wir das Märchenland überhaupt erreichen“. Er schloss aber blitzschnell seine eigene kleinere Anlage an, die er für den Fall eines Falles dabei hatte. Das Programm konnte nahtlos weitergehen und unter dem Dankesbeifall des Publikums für die spontane Überbrückung wurde das Märchenland musikalisch auch erreicht.
Bei den Konzerten der Thalia sind besondere Solo-Einlagen Tradition, die das Programm bereichern und für Abwechslung sorgen. Das ist dann ein Fall für die Sulzbacher Sängerin Susanne Fernholz, die als Solistin am Klavier mit den Udo-Jürgens-Liedern „Griechischer Wein“ und „Ihr von morgen“ erfreute. Und dann wird auch Chorleiter Heinz Marosch noch einmal für kurze Zeit zu Benny Maro – das ist der Künstlername, den er in seiner Jahrzehnte währenden Karriere gebraucht hat. „Aber jetzt nur noch bei Veranstaltungen meiner beiden Chöre“, unterstreicht das Dirigenten-Urgestein, das bald 46 Jahre den Thalia-Chor leitet.
Als Solist präsentierte er die Peter-Alexander-Hits „Ich zähle täglich meine Sorgen“ und „Die kleine Kneipe in unserer Straße“ sowie den „Puppenspieler von Mexiko“ von Roberto Blanco und „Rote Lippen soll man küssen“ von Cliff Richard.
Bei dem Cliff-Richard-Oldie sangen fast alle im Saal mit, sodass Marosch lächelnd resümierte: „Sie alle haben wunderschöne Stimmen, das war ein großartiger Chor. Kommen Sie doch donnerstags zum Thalia-Chor und singen Sie mit uns. Denn das Singen hält jung und gesund.“WM
Zeilsheim – Sie ist fast seit der Gründung des Frauenchors der Thalia anno 1978 dabei: Doris Füller stieß am 1. März 1980 zu den Zeilsheimer Sängerinnen und Sängern – und kommt seither bei Wind und Wetter zu jeder Chorprobe. Grund genug für die Sänger, ihr verdientes Mitglied an seinem 90. Geburtstag bei der Probe in der Stadthalle mit Blumen und einem Geburtstagsständchen zu überraschen.